Schlüssel

Ältestes Schloss

Ägyptisches Schloss

Das ägyptische Schloss ist vermutlich das älteste Schloss der Welt. Es ist vollständig aus Holz und es gibt heute noch funktionstüchtige Exemplare.
Der Schlüssel musste seitlich eingeführt, angehoben und wieder herausgezogen werden. Durch das Anheben geben die Klötzchen den Riegel frei und er wird mit herausgezogen.

Geschichte der Schlösser und Beschläge

(Quelle: Türschloss und Beschlag von Fr. W. Schlegel, erschienen 1952, beim Carl Lange Verlag - Duisburg)

Es gibt wohl keinen Gegenstand menschlichen Schöpfergeistes, dessen Geschichte so interessant und farbig zugleich wäre, wie die der Schlösser und Beschläge. Das ist keine Zufälligkeit, denn Schloss und Beschlag unterliegen zwei großen Gesetzmäßigkeiten:
Einmal der reinen technischen Zweckmäßigkeit als Schutzmittel gegen die menschliche Unzulänglichkeit und zum anderen dem Stilwillen der jeweiligen Kulturepoche als Bestandteil der Raumkunst.
Diese beiden Gesetzmäßigkeiten haben sich im Laufe der Jahrtausende gegenseitig beeinflusst und die Entwicklung der Schlösser und Beschläge bestimmt.

Die Geschichte der Schlösser und Beschläge ist aber auch zugleich ein Teil der Kriminal-Geschichte. Die Fähigkeit und Geschicklichkeit der Gilde der nie aussterbenden Langfinger hat den menschlichen Erfindungsgeist nie ruhen lassen und ihm immer wieder die Aufgabe gestellt, neue Konstruktionen zu entwickeln, die nach dem jeweiligen Stand der Einbruchstechnik dem Einbrecher das Öffnen der Schlösser unmöglich machen sollte.

Schlüsselübergabe

Historisches vom Schlüssel

Einer der wichtigsten Leitsätze der menschlichen Technik aber ist es, durch unermüdliches Schaffen das menschliche Dasein immer bequemer zu gestalten. Die Aufgabe, leichter zu öffnende Schlösser zu entwickeln, wurde schließlich durch die Erfindung des sogenannten Bartschlüssels gelöst, der heute noch die Grundform der gebräuchlichen Türschlüssel ist, und der schon frühzeitig den Charakter eines Symbols erhielt.
Der Apostel Petrus, der erste Papst, wurde stets mit einem Schlüssel in der Hand dargestellt. Sein und der nachfolgenden Päpste richterliches Amt, die "potestas clavium" (wörtlich: "Die Macht der Schlüssel") die Gewalt zu lösen und zu binden, die Seligkeit zu erschließen oder zu verschließen, fand schließlich ihren symbolischen Ausdruck im Wappen des Kirchenstaates, das zwei gekreuzte Bartschlüssel aufweist.

Die aus dem Sachsenspiegel, einer altdeutschen Rechtssammlung, stammende Abb. 6 zeigt links den Kaiser, der durch Schwert und Zepter charakterisiert ist, und rechts den heiligen Petrus, der einen neuen Papst durch Übergabe des Schlüssels mit der "potestas clavium" betraut. Die ebenfalls aus dem Sachsenspiegel stammende Abb. 7 versinnbildlicht die Verleihung eines Kirchen-Lehens, der Rechtsakt wird hier durch die Übergabe des Kirchenschlüssels dargestellt. Diesen symbolischen Rechtscharakter hat der Schlüssel bis heute beibehalten. Die erfolgreiche Belagerung einer Stadt fand durch die Übergabe des Schlüssel der bezwungenen Stadt an den Sieger ihren symbolischen Abschluss.